An-/Abmelden

OpenInnovators.de Forum
Willkommen, Gast
Bitte anmelden oder registrieren.    Passwort vergessen?
Zum Ende gehen Beliebt: 0
THEMA: Cloud Innovation?!
#77
InnoKomm (Benutzer)
Fresh Boarder
Beiträge: 1
graphgraph
Benutzer offline Hier klicken, um das Profil dieses Benutzers zu sehen
Cloud Innovation?! vor 11 Monaten, 4 Wochen  
Was der Browser neuerdings so alles kann: Plötzlich lassen sich Dateianhänge per „drag-and-drop“ auf den Webmailer ziehen, und scheinbar in Echtzeit lassen sich 3D-Darstellungen von Produkten freihändig drehen, ohne dass man auf das lästige Nachladen zusätzlicher Daten aus dem Netz warten muss. Man könnte sagen, dass damit Programme intuitiv bedienbar werden, die man überhaupt nicht installiert hat. Beflügelt durch so genannte „Rich Internet Applications“, das breitbandige Internet sowie neuartige Komprimierungs- und Streamingverfahren löst sich die Software damit wohl endgültig vom Endgerät. Ganze zehn Jahre nach der Gründung von Salesforce steht somit sogar die Mutter aller PC-zentrierten Software-Architekturen, Microsoft, am Ende eines vermeintlich endlos profitablen Geschäftsmodells. Vieles wird sich dadurch in den Firmen verändern: Egal ob neue Computer angeschafft werden oder ein Vertriebsmitarbeiter jeden Tag von einem anderen Endgerät aus seine Daten verwaltet – solange ein Internetbrowser in der Nähe ist, müssen künftig weder Programme neu installiert oder konfiguriert noch Daten kopiert oder synchronisiert werden. In der Kryptografie des IT-Marketings spricht man dabei von Skalierung und Skaleneffekten. Hauptsache, der Kunde versteht’s.

„Vor allem schnell wachsende Start-ups können ihre IT-Kosten durch Cloud Computing flexibler ihrem aktuellen Umsatz anpassen“, rät die Managementberatung und Telekomtochter Detecon dieser Tage, und sieht in der „Wolke“ sogar einen ganz neuen Innovationstreiber aufscheinen. So ließen sich beispielsweise flexiblere Arbeitszeit- und Arbeitsplatzregelungen viel leichter umsetzen als dies mit starren Systemen möglich wäre. Sollten zukünftig auch komplexe Anwendungen und Infrastrukturen bereit stehen, um bei Bedarf sozusagen per Mausklick „zugeschaltet“ zu werden, dann dürfte dies zwei große Vorteile mit sich bringen: Unternehmen können deutlich schneller reagieren, um unvorhergesehene Projekte auch ohne Anpassung der eigenen IT-Prozesse umzusetzen, und sie können neue Produkte versuchsweise im realen Markt testen, ohne große Investitionen tätigen zu müssen. So hat beispielsweise die New York Times innerhalb von gerade einmal 24 Stunden ihren 130-jährigen Archivbestand aus elf Millionen Artikeln (was mehr als fünf Terabyte entsprach) kurzerhand in pdfs konvertiert – mit der eigenen IT ein undenkbares Unterfangen; mit Hilfe der mächtigen Cloud plötzlich gar kein Problem mehr. Inzwischen spielen sogar drei von vier Software-Herstellern schon mit dem Gedanken, ihre eigenen Programme künftig ebenfalls „wolkig“ zu entwickeln, indem sie Drittanbietern Programmierschnittstellen bieten, mit denen diese dann eigene Services entwickeln können. Neue Möglichkeiten eröffnen sich vor allem in Marketing und Produktkommunikation: Erste Webshops bieten bereits die Möglichkeit, Produkte interaktiv von allen Seiten zu betrachten. Bei der Firma Nike kann man sogar schon Schuhe individuell webbasiert gestalten (Stichwort „Mass Customization“). Beim Fahrkartenkauf wäre ein Mash-up mit Stadtplänen denkbar, und webbasierte Toolkits für Nutzerinnovationen unterstützen die Öffnung der Entwicklungsprozesse. Kunden beginnen somit ganz von allein, sich intensiver mit den Produkten zu beschäftigen. Was wollen wir mehr?

Diese Kolumne erscheint dieser Tage mit einer Reihe weiterer Artikel in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins InnoVisions: www.innovisions-magazin.de
 
Gespeichert Gespeichert  
  Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
Zum Anfang gehen