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Sep 21
2009
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Kreativitätsmethoden (2) – 6-3-5-MethodeGeschrieben von Jörg Walter in Kreativität, Ideenfindung, 6-3-5-Methode |
Nach dem ich in meinem ersten Beitrag zur Reihe der Kreativitätsmethoden das Brainstorming vorgestellt habe geht es heute mit der sogenannten 6-3-5-Methode weiter. Diese Methode lässt sich sehr schön einsetzten, wenn kein Moderator vorhanden ist. Komplexe Frage- und Problemstellungen sind hiermit jedoch schwierig zu bewerkstelligen.
Woher kommt denn nun der Name? Ganz einfach: 6 Personen produzieren jeweils 3 Ideen in 5 Minuten. Im Gegensatz zum Brainstorming, das sehr interaktiv ist und von der Dynamik lebt, findet die 6-3-5-Methode in einer eher ruhigen Atmosphäre statt, indem vorbereitete Formblätter verwendet werden. Benötigt wird eine Tabelle mit 6 Zeilen (für die beteiligten Personen) und 3 Spalten (für die Ideen) und zwar für jeden Teilnehmer.
Eine sehr einfache Version dieses Formblattes finden Sie hier: 
Wie beim Brainstorming ist auch hier die Fragestellung sehr wichtig. Mit einer guten Aufgabenbeschreibung erhalten Sie bessere Ergebnisse.
Im ersten Schritt schreibt jeder Teilnehmer 3 Ideen in die erste Zeile seines Formblattes. In jede Spalte wird hierzu eine Idee eingetragen. Hierfür stehen 5 Minuten zur Verfügung. Nach Ablauf der Zeit wird das Blatt im Uhrzeigersinn weitergereicht, so dass man nun die 3 Idee seines Vorgängers sieht. Wieder stehen 5 Minuten zur Verfügung um daraus neue Ideen, Abwandlungen, Weiterentwicklungen oder Kombinationen zu entwickeln. Am Ende der Frist wird das Formblatt erneut weitergereicht.
Dies geschieht so lange, bis alle Teilnehmer auf jedem Formblatt ihre Ideen hinterlassen haben und die Blätter voll sind. Im Idealfall hat man nun also 108 Ideen (6 Blätter mit jeweils maximal 18 Ideen). Die Erfahrung zeigt, dass in den letzten Runden die 5 Minuten nicht mehr ausreichend sind, da sehr oft Ideen weiterentwickelt werden und dies dann einfach etwas mehr Zeit benötigt. Seien sie flexibel und geben sie den Teilnehmern etwas mehr Zeit!
Zur Auswertung der Ergebnisse gibt es verschieden Methoden. Zunächst werden alle Ideen noch einmal laut vorgelesen, so dass sie allen Teilnehmern bekannt sind. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, dann die Formblätter an Pinwände zu befestigen und durch die Teilnehmer mit Klebepunkten bewerten zu lassen. Jeder erhält 10-15 Klebepunkte (abhängig von der Anzahl der Ideen) und kann damit seine Favoriten auf der Pinwand markieren. Kumulieren ist verboten! Eine andere Variante ist, die Blätter unter den Teilnehmern herumzureichen. Jeder hat dann die Möglichkeit die 3 besten Ideen pro Blatt zu markieren.
Bei beiden Vorgehensweisen ergibt sich somit eine priorisierte Liste an Ideen, die in weiteren Schritten ausgearbeitet, detailliert oder weiter kombiniert werden können.
Für die 6-3-5-Methode benötigen Sie ca. 45-60 Minuten, abhängig davon wie aufwändig Sie die Diskussion und Auswertung der Ideen gestalten. Zusätzlich zu den Formblättern halte ich immer weitere Blätter bereit, als Ideenspeicher für überzählige Ideen.
Auch hier gilt wieder: Legen Sie los und sammeln Sie Ideen!
