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Okt 23
2009

Kreativitätsmethoden (3) – Die sechs Denkhüte von de Bono

Erstellt von: Jörg Walter in in Ideen & Kreativität

Jörg Walter

Sie haben keine Lust auf Ideating, oder kommen damit nicht weiter? Dann möchte ich Ihnen eine weitere Kreativitätsmethode vorstellen: Die sechs Denkhüte von de Bono. Die Methode der sechs Denkhüte ist vielen Personen bekannt, wird jedoch in der Praxis nur sehr selten angewandt. Dies liegt aus meiner Sicht zum einen am etwas größeren Zeitaufwand, zum anderen aber auch an gewissen Bedenken gegenüber der spielerischen Herangehensweise von de Bono.

Roter HutDie „sechs Denkhüte von de Bono" zählt zu den sogenannten Kombinationsmethoden. Hier wird eine vorgeschriebene, analytische Vorgehensweise verknüpft mit kreativen Elementen.

Für die Durchführung eines Kreativitätsworkshops mit der Methode der sechs Denkhüte werden sechs Personen (oder ein Vielfaches davon, also 12 oder 18) und ein Moderator benötigt. Sie brauchen zusätzlich sechs Hüte in den Farben Weiß, Rot, Schwarz, Gelb, Grün und Blau. Alternativ gehen auch Armbinden, o.ä. Eine gute Idee ist es, die Denkhüte von den Teilnehmern zu Beginn mit buntem Papier selbst falten zu lassen. Der Workshop dauert in der Regel 2-3 Stunden. Das Ganze läuft immer nach dem folgenden Prozess ab:

  • Erläuterung der Bedeutung der sechs Denkhüte; es ist zu empfehlen, dies auch dann zu machen, wenn die Gruppe bereits Erfahrung mit der Methode hat. Hängen Sie am Besten zusätzlich im Raum ein großes Plakat mit der Bedeutungserklärung auf, so dass die Teilnehmer während der gesamten Zeit erneut nachschauen können.
  • Vorstellung des Themas oder der Problemstellung; die Methode ist ideal geeignet um verschiedene Optionen zu Bewerten und genauer zu analysieren.
  • Verteilen der Hüte; sollten mehr als 6 Teilnehmer dabei sein, werden Gruppen gebildet.
  • Sammeln von Ideen, Gedanken und Argumenten entsprechen der Farbe der Hüte. Dies geschieht in der normalerweise auf einzelne Moderationskarten (Beachten Sie: nur ein Gedanke pro Karte!).
  • Weitergabe der Hüte; es empfiehlt sich, vorher zu vereinbaren wie die Hüte weitergegeben werden. Sie dürfen gerne auch mischen. Stellen Sie nur sicher, dass am Ende jeder Teilnehmer jeden Denkhut einmal hatte.
  • Sammeln und Bewerten aller Gedanken und Ideen; am besten eignet sich hierzu eine Pinwand. Da die Ideen erst zum Ende zusammengeführt werden, kann man anhand der Häufigkeit der Argumente eine Gewichtung ableiten. Sie können nun die einzelnen Aspekte diskutieren und eine Entscheidung herbeiführen.

Was bedeuten nun die verschiedenen Farben der Hüte um warum soll diese Methode besonders geeignet sein, Themen komplett zu beleuchten und zu bewerten? Hinter jeder Hutfarbe steht eine bestimmte Weise zu denken, die ich Ihnen nun im Folgenden vorstellen möchte:

  • Weiß steht für analytisches Denken und Neutralität. Personen, die den weißen Denkhut aufhaben sammeln Fakten und Informationen, bewerten diese aber nicht. Es wird keine eigene Meinung geäußert
  •  Rot steht für subjektives Denken. Hier darf sehr emotional gedacht und eigene Gefühle und Meinungen geäußert werden. Und zwar sowohl positive als auch negative Gefühle.
  • Schwarz steht für kritisches Denken. Seien Sie kritisch, sehen Sie mögliches Risiken, Probleme und negative Aspekte. Es geht nicht darum möglichst viele abseitige Zweifel zu sammeln, sondern ein Thema auch von seiner negativen Seite zu betrachten.
  • Gelb steht für optimistisches Denken. Die Träger des gelben Denkhutes tragen alle positiven Aspekte und Chancen eines Themas zusammen. Auch hier gilt: blinder Optimismus ist nicht angesagt, sondern einfach eine positive und optimistische Sicht auf das Thema.
  • Grün steht für assoziatives Denken. Beim grünen Denkhut heißt es, neue Ideen und Aspekte zu generieren, Alternativen zu entwickeln. Der Kreativität ist keine Grenze gesetzt.
  • Blau steht für Ordnung und Struktur. Hier ist die Aufgabe das Thema zu strukturieren, in Bereiche zu unterteilen, etc.

Nach der Durchführung von Ideenworkshops mit der Methode der sechs Denkhüte von de Bono haben Sie ein bestimmtes Thema umfassend von allen Seiten beleuchtet und haben nun die Möglichkeit eine sehr fundierte Entscheidung zu treffen. Zugegeben, diese Methode ist etwas zeitaufwändig, sie lohnt sich jedoch gerade für erfolgversprechende Ideen. Hier ist es gut investierte Zeit.

Seien Sie mutig, setzen Sie sich den Hut auf und probieren Sie es aus.

Autoren

Jörg Walter

Jörg Walter

TMG Karlsruhe

XING

Carmen Siegeler 

Carmen Siegeler 

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