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Tags >> Kreativitätstechnik
Sep 10
2009

Kreativitätsmethoden (1) – Brainstorming

Erstellt von: Jörg Walter in in Ideen & Kreativität

Jörg Walter

Das Brainstorming ist wohl die bekannteste und am weitesten verbreitete Kreativitätsmethode überhaupt. Jeder hat schon mal davon gehört und die allermeisten von Ihnen haben sie wohl auch schon eingesetzt oder mitgemacht. Aus diesem Grund startet meine lose Serie über Kreativitätsmethoden mit dem Brainstorming.

Das Brainstorming zählt zu den sogenannten intuitiven Methoden. Bei diesen Methoden gibt es keine festgeschriebenen Gedankenwege oder –prozesse, sondern es wird auf den spontanen Einfall, eine kreative Assoziation, oder einfach auf die neuartige Verknüpfung verschiedener Aspekte gesetzt. Das Ziel ist es in kurzer Zeit möglichst viele Ideen zu entwickeln.

Um ein Brainstorming durchzuführen brauchen Sie einen Moderator, idealerweise einen zusätzlichen Protokollanten und ein Flipchart, oder besser eine Pinwand. Es hat sich herausgestellt, dass die Gruppe der Teilnehmer nicht größer als 10 Personen sein sollte.

Brainstorming läuft in der Regel in drei Schritten ab, die im Folgenden beschrieben werden:

  1. Einführung/ Hinführung
    Bei der Einführung wird die konkrete Aufgabenstellung für die jeweilige Brainstorming-Session vorgestellt. Am besten Sie formulieren eine konkrete Frage, die während des Verlaufes für alle permanent sichtbar ist. Auch weitere Zusatzinformationen können gegeben werden. Je besser die Aufgabenstellung in dieser Phase beschrieben ist, desto bessere Ideen werden Sie später erhalten.
    Vermeiden Sie es, die Methode des Brainstormings während dieser Phase vorstellen zu müssen. Alle Teilnehmer sollten vorab geschult sein und ihre ersten Brainstormingerfahrungen, z.B. in Trainings und Schulungen schon gemacht habe. So stellen Sie sicher, dass sich alle Teilnehmer auf die Fragestellung konzentrieren können und sich nicht mit der Methode selbst beschäftigen.
  2. Durchführung/ Ideensammlung
    Jetzt geht es los! Ausgehend von der Fragestellung sollen nun alle Teilnehmer ihre spontanen Ideen und Einfälle nennen. Am besten geschieht das mündlich. Der Protokollant hat die Aufgabe die Ideen für alle gut sichtbar mitzuschreiben.
    Ich bevorzuge es, hierzu die Pinwand und Moderationskarten zu verwenden. Das gibt mit die Flexibilität die Karten in späteren Phasen gruppieren oder neu ordnen zu können. Man kann die Ideen aber auch auf dem Flipchart notieren. Hängen Sie die beschriebenen Blätter dann im Raum auf, damit sie weiterhin für alle gut sichtbar sind.
    Das Nennen der Ideen kann entweder reihum, oder durch freies Zurufen erfolgen. Ein Vorgehen der Reihe nach hat sich immer dann bewährt, wenn man Teilnehmer dabei hat, die sich ansonsten eventuell nicht trauen würden etwas zu sagen. Auch wenn der Chef dabei ist, habe ich gute Erfahrungen mit dem Abfragen nach der Reihe gemacht. So stehen später nicht nur Chef-Idee an der Pinwand.
    Die Aufgabe des Moderators besteht darin, den Ideenfluss am laufen zu halten (z.B. mit Reizfragen oder Herstellen von Querverbindungen) und für die Einhaltung der Regeln zu sorgen.
    Die Erfahrung zeigt, dass nach ca. 15 Minuten die Ideenflut weniger wird. Es hat sich bewährt eine Pause einzuschieben und danach noch einmal weiter zu machen.
  3. Auswertung/ Selektion/ Abschluss
    Im letzten Schritt werden die gefundenen Ideen dann noch ausgewertet. Oftmals hat man sehr schnell umsetzbare Ideen dabei. Andere Ideen können auch gleich komplett verworfen werden (Achtung: verwerfen heisst nicht wegwerfen! Aber dazu später mal mehr, wenn es um das Thema Ideenmanagement geht). In dieser Phase wird entschieden, wie es mit den gefundenen Ideen weitergeht. Konkrete Maßnahmen können definiert werden. Es ist wichtig, dass jeder am Brainstorming beteiligte weiss, was mit seinen Ideen nun geschehen wird.

 

Eine Brainstorming-Session dauert in der Regel ca. 1 Stunde, kann aber auch mal länger gehen. Eine Dauer von mehr als 1,5 Stunden würde ich nicht empfehlen, da irgendwann auch die Spannung in der Gruppe verloren geht.

Bleibt noch die Frage zur Zusammensetzung der Teilnehmer. Wen soll man einladen? Das hängt aus meiner Sicht sehr stark von der Aufgabenstellung ab. Bei sehr spezifische (z.B. technische) Fragestellungen macht es Sinn Personen einzuladen, die das Problem tatsächlich verstehen können. Wichtig für den Moderator ist, hier darauf zu achten, dass tatsächlich ein Brainstorming stattfindet und keine Fachdiskussion. Bei weniger spezifischen Aufgabenstellungen ist man freier in der Zusammensetzung. Ein Erfahrung zeigt: Seien Sie mutig und laden Sie ruhig auch mal jemanden ein, der auf den ersten Blick nicht in Ihre Zielgruppe passt und Sie werden überrascht sein, welche Ergebnisse hierdurch entstehen.

Also, legen Sie los und seien Sie kreativ!

Autoren

Jörg Walter

Jörg Walter

TMG Karlsruhe

XING

Carmen Siegeler 

Carmen Siegeler 

TMG Karlsruhe

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