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Der Blog zum Innovationsmanagement

News, Gedanken, Tipps und Information zum Innovationsmanagement im allgemeinen und zu Open Innovation im speziellen.

Tag >> Netzwerk
Apr 07
2010

Open "Interface" Innovation: StreetScooter der RWTH Aachen

Geschrieben von raida in RWTH, Netzwerk, Kooperation, Innovation, Aachen

raida

In einem kurz zurückliegenden Blog wurde schon vom Campus Projekt auf dem Gelände der RWTH Aachen berichtet. Ein bereits gestartetes, sehr ehrgeiziges Projekt ist der "StreetScooter", ein völlig neu entwickeltes, preiswertes Elektromobil-Konzept für den urbanen Verkehr. Bemerkenswert ist, dass nicht nur die technische Entwicklung, sondern auch eine Kleinserien-Fertigung direkt durch die Hochschule in Kooperation mit zahlreichen mittelständischen Unternehmen erfolgen soll (bislang unterstützen17 Unternehmen das Projekt). Langfristiges und erklärtes Ziel ist die Großserienfertigung - unabhängig von etablierten Automobilherstellern.

Ermöglicht werden soll dies durch intelligente, netzwerkorientierte und mittelstandsgetragene Wertschöpfungsstrukturen, die einen "virtuellen Automobilhersteller" erschaffen. In einer ersten, zwei Jahre dauernden Phase sollen zunächst die Fertigungsverfahren entwickelt werden und ein Grundtypus des Fahrzeugs als sogenannte "Innovationsplattform" entstehen. Sobald technische Machbarkeit und Produktionsfähigkeit nachgewiesen sind, sollen in einem 18-Monats-Rhythmus Fahrzeuge mit  Produktinnovationen auf den Markt gebracht werden. Aufgrund des modularen Konzept sollen innovative Technologien leicht integriert werden können. Der Modularisierungsansatz orientiert sich nicht nur an fertigungstechnischen Rahmenbedingungen, sondern auch auch an den Technologielebenszyklen sowie dem funktionalen Zusammenspiel der Komponenten.

Für die Entwicklung werden ähnliche Projektstrukturen wie in der Automobilindustrie genutzt. Besonderes Augenmerk wurde jedoch auf die Integration externer, nicht direkt mit dem Projekt verbundener Entwicklungspartner gelegt. Durch Definition und Offenlegung
bestimmter Schnittstellen innerhalb des Gesamtfahrzeugs wird eine Innovationsplattform für spätere Zusatzausrüster geschaffen. Diese entwickeln Lösungen, die später in neue Modelle einfließen oder während der Nutzung ausgetauscht werden (z.B. Multimedia-Komponenten). So können Entwicklungs- als auch Montagekosten reduziert werden. Durch die extreme Modularisierung und die dadurch klar spezifizierbaren Schnittstellen ensteht ein definiertes technisches INTERFACE, welches gezielte Ausschreibungen - z.B. im Internet - im Sinne von "Open Innovation" emöglicht. Die Aachener nennen dies "Open Interface Innovation".  Die eingereichten Lösungsvorschläge werden gesammelt und folgend von einem Konsortium bewertet. Bei Umsetzung von Ideen erfolgt eine entsprechende Vergütung.     

Persönlich bin ich sehr neugierig, ob sich StreetScooter auf dem hart umkämpften Automobilmarkt behaupten wird. Die neuartige Modulstruktur des Fahrzeuges, das innovative Kooperationsmodell sowie der frische Mut der Hochschule und der mittelständischen Unternehmen, dieses innovative Vorhaben in die Tat umzusetzen, verdienen jedenfalls großen Respekt.     

Siehe auch: Elektromobilität: Die Vision wird Wirklichkeit - Serie, Teil 8 Das Volks-Elektroauto geht an den Start

 

Apr 01
2010

Zukunft-Innovation.com ist online

Geschrieben von Jörg Walter in Open Innovation, Netzwerk, 3M

Jörg Walter

Seit gut drei Wochen ist nun die Plattform Zukunft-Innovation.com online. Ich hatte Ihnen das Projekt vor einiger Zeit ja schon mal vorgestellt. Die Plattform wird durch 3M Österreich betrieben und hat nach eigenen Aussagen das Ziel die Innovationskultur und Innovationsfähigkeit im deutschsprachigen Raum zu fördern.

Was kann man auf Zukunft-Innovation.com denn finden?

Nun, der wichtigste Teil ist sicherlich der Bereich der Ideenwettbewerbe und Fragestellungen. Unternehmen haben hier die Möglichkeit Fragestellungen einzubringen, die von den registrierten Innovatoren beantwortet und bearbeitet werden können. Derzeit sind 7 Fragen aktiv. Die Fragestellungen reichen dabei vom Thema eMobility (eingestellt von Siemens) bis hin zr Zukunft des Lesens(eingestellt von MediaCom). Derzeit kommen die Fragesteller noch mehrheitlich aus Österreich. Ich bin gespannt, wann deutsche und schweizer Unternehmen diese Plattform für sich entdecken.

 Neben der sogenannten "Kreativ-Zone" mit Fragestellungen gibt es eine "Community" in der die beteiligten Firmen und Innovatoren vorgestellt werden.  Ein Blog ist natürlich ebenfalls vorhanden.

Bemerkenswert an Zukunft-Innovation.com sind die geringen Kosten für Fragesteller, die das Konzept für Unternehmen interessant machen dürfte. Nach eigenen Angaben verfügt die Plattform mehr als 500 Innovatoren, was aus meiner Sicht ein sehr gutes Ergebnis ist.

Ich bin gespannt, wie sich die Plattform entwickelt.

Mär 31
2010

Mit Cluster und Kooperationen die Innovationsfähigkeit steigern

Geschrieben von Jörg Walter in RWTH, Netzwerk, Cluster, Aachen

Jörg Walter

Das wohl bekannteste Technologiecluster der Welt ist das Silicon Valley in Kalifornien.  Ursprünglich als Industriepark von der Stanford University gegründet, beherbergt dieses Gebiet einen großen Teil der weltweit führenden Technologieunternehmen, wie z.B. Cisco Systems, AMD und Google.  Große Technologie- und Innovationssprünge wurden durch diese Unternehmen bewältigt und man kann sicherlich behaupten, dass das Silicon Valley einer der Treiber für die Entwicklung des Internets und seiner Anwendungen war und ist.

Cluster und räumliche Nähe von Unternehmen und Universitäten befruchten und schaffen den Boden für neue Technologien und Innovationen. Aber nicht nur in Kalifornien funktioniert dieses Prinzip, auch Indien, China, Singapur oder Finnland bilden erfolgreiche Technologiecluster.

RWTH Aachen - Campus MelatenIn Deutschland hat man in der Vergangenheit jedoch vergeblich nach solch einem Cluster gesucht. Die RWTH Aachen hat nun in den letzten Jahren die Initiative ergriffen und plant Europas größten Technologie-Campus. Insgesamt stehen 2,5 Quadratkilometer Fläche für Unternehmen und Hochschule zur Verfügung. Bei der Gesamtinvestition wird mit ca. 2 Milliarden Euro gerechnet.

Vorgesehen sind 19 Technologiecluster, darunter Themenbereiche wie Bio-Medizintechnik, Optische Technologien und nachhaltige Energietechnik.  Die enge Verzahnung zwischen Forschung und Unternehmen (bisher haben mehr als 90 Unternehmen ihr Beteiligung zugesagt) sollen Innovationen beschleunigen.

Ich glaube, dass die Initiative der RWTH Aachen ein zukunftsweisendes Konzept ist, die Innovationsfähigkeit in Deutschland zu erhöhen und uns technologisch wettbewerbsfähig zu machen. Ein Land wie Deutschland lebt von seinem Wissen und der Fähigkeit dieses zu organisieren und auch zu kommerzialisieren.

Schon in diesem Jahr soll es los gehen. Ich bin auf die ersten  Ergebnisse gespannt.

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Jörg Walter

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TMG Karlsruhe

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Carmen Siegeler 

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