In einer aktuellen Studie zu Open Innovation im globalen Umfeld kommt die OECD und Experten verschiedener Länder zum Ergebnis, dass neue Produkte und Dienstleistungen zu kreieren, für Unternehmen immer teurer und gleichzeitig riskanter wird. Befragt wurden 59 Unternehmen aus zwölf Ländern (Belgien, Deänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Japan, Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweiz und Russland), wobei der Schwerpunkt auf Großunternehmen mit Hightech-Fokus lag. Neue und alte Erkenntnisse der Wissenschaft zum Innovationsmanagement geben einen Überblick zum Themenfeld Open Innovation und runden die Studie ab.
Seit Mitte der 1980er, und in der letzten Dekade besonders stark, gehen immer mehr Unternehmen dazu über zum Zeck der Innovation zu kooperieren. Produktionsbetriebe und Dienstleister werden nach der Studie ihr Angebot künftig noch stärker in Kooperation mit ihren Zulieferern und Kunden und entwickeln.
Gleichzeitig belegt die Studie aber auch, dass die Bereitschaft der Unternehmen mit ihren Kunden zusammen zu arbeiten, aktuell im internationalen Vergleich recht unterschiedlich ausgeprägt ist: In Finnland beträgt die Quote 93 %, in Spanien 23 %. Deutschland liegt mit 51 % im Mittelfeld.Zur Spitzengruppe zählt Deutschland, wenn es um Partnerschaften mit Hochschulen geht: 53 % der Unternehmen haben bereits entsprechende Erfahrungen gemacht. Andere öffentliche und private Forschungseinrichtungen sowie Zulieferer und Konkurrenten spielen als FuE-Partner derzeit nur eine Nebenrolle.
"offene Innovation" ist nach den Ergebnissen der Studie für die meisten der Befragten bisher lediglich ein zusätzliches Geschäft. Fast drei Viertel der Unternehmen investieren rund 80 % ihres gesamten FuE-Etats in hausinterne Tätigkeiten, insbesondere aus Angst im Hinblick auf den Schutz vielversprechender Neuentwicklungen. Der Grad der Offenheit den Unternehmen im Innovationsprozess verfolgen, hängt von diversen Faktoren ab: z.B. Bedeutung / Potential der zu entwickelnden Technologie, Unternehmensgröße und Charakteristika der Industrie.
Die Dynamik des Wissens, die kurzen technologischen Lebenszyklen, der globale Wettbewerb zwingen einige Branchen besonders stark zur "offenen Innovation". Betroffen nach Studie der OECS sind vor allem Telekommunikation, Elektronik, Pharma und Chemie. Die Fahrzeugindustrie, die Luftfahrt und die Produzenten schnelllebiger Konsumgüter geraten laut OECD aber ebenfalls verstärkt unter Druck.
Die Globalisierung hat die Anzahl möglicher Partner für deutsche Unternehmen drastisch erhöht. Noch konzentrieren sich die FuE-Investitionen Deutschlands gemäß der Studie auf die USA, die EU und Japan. Doch es wäre ein Fehler in diesen Zusammenhang zukünftig nicht das Potential von China, Indien und Russland zu nutzen. Mit ihren relativ gut entwickelten Bildungssystemen produzieren China, Indien und Russland zahlreichen wissenschaftlichen Nachwuchs bei niedrigen Löhnen. In 2006 gab es laut OECD in China bereits 1,2 Mio. Forscher, in der ganzen EU waren es 1,3 Mio.
Knapp 70 % der befragten Unternehmen beabsichtigten daher, mehr FuE-Aktivitäten ins Ausland - und insbesondere in diese Länder - zu verlagern. Vor allem internationale Konzerne verfolgen eine radikale Strategie der Internationalisierung von F&E, wobei die Nähe zu wichtigen Märkten und ausgelagerten Produktionsstätten als entscheidend bewertet wird.
